KölnerSportFörderVerein e. V.
Die Geschichte des KölnerSportFörderVerein

Die Finanzierung des ehrenamtlich geführten Amateur- und Breitensports bereitet vielen Sportvereinen seit Jahrzehnten Schwierigkeiten. Die überwiegend kleinen und auch die Großvereine können die zunehmenden Reduzierungen in der Sportförderung und ständig steigende Kosten nicht mehr über zumutbare Beitragserhöhungen auf die Mitglieder umlegen. Da unterstützende Leistungen über Sponsoring dringend erforderlich sind, hat der StadtSportBund wiederholt versucht, einen Förderverein für den Breitensport in Köln zu etablieren. Bedingt durch die geringe Resonanz in der Wirtschaft, die sich über professionelles Sponsoring im werbeträchtigeren Profisport engagiert, blieben nachhaltige Erfolge für ein Engagement im Breitensport aus.

Die Politik in Köln griff die Idee in den Jahren 2003/2004 wieder auf, denn sie sah darin eine Möglichkeit, die Konsolidierung des städt. Sporthaushaltes über eine „Eigenfinanzierung des Sport“ erreichen zu können. In der Umsetzung beschlossen Finanzausschuss und Rat, ohne Behandlung im Sportausschuss, gegen den Willen der Vereine und Verbände, erstmals die Erhebung von Gebühren für die Turnhallennutzung und verdoppelten die bereits bestehenden Bädernutzungsgebühren. Vor dem Hintergrund der bereits praktizierten Schlüsselvergabe an die Nutzer von Sportstätten, der Einsparung von Hallenwarten und Reinigungsleistungen, rechtlich unklarer Haftungsfragen in den neuen Nutzungsverträgen und zunehmenden finanziellen Belastungen der Vereine, formierte sich der Widerstand.

Ein Arbeitskreis des SSBK entwickelte auf der Basis der politischen Vorgaben Umsetzungsvorschläge, die in Verbindung mit weiteren Verhandlungen des SSBK-Vorstandes den Vereinen eine Planungssicherheit bis 2007 bieten sollte. Vorgesehen war, die Finanzierung des eingeplanten Kostenvolumens (für die Hallen- und Bädernutzung sowie die Jugendbeihilfe) von 860.000 Euro über eine "Umlage aller Vereine" und Sponsorengelder bzw. eine Anstoßfinanzierung der Stadt zu erreichen. Die Abwicklung wurde mit Ratsbeschluss auf eine vertragliche Grundlage gestellt und einer „Fördereinrichtung des SSBK“ übertragen. Hierzu wurde nach Beschluss des Sportparlamentes am 21. März 2004 der KölnerSportFörderVerein gegründet.

Einige Vereine waren über ein Mandat der Fachverbände/Fachschaften und StadtBezirksSportVerbände an den Entscheidungen im Sportparlament des SSBK eingebunden. Da die Auswirkungen jeden Verein unmittelbar betrafen, wurden alle Vereine auf Informationsveranstaltungen über die Entwicklung unterrichtet. Danach entwickelten sich massive Proteste aus der gesamten Sportszene, da sich die Politik uneinsichtig und unnachgiebig zeigte.

In Solidarität mit den gebührenbelasteten Schwimmern und Hallennutzern, sollten sich „alle organisierten Sportler“ an einem Umlageverfahren (Grundbeitrag und nutzungsabhängiger Zuschlag) beteiligen. Auch Vereine, die damals keine städt. Einrichtungen nutzten oder eigene Anlagen unterhielten, sollten als „freiwillige Mitglieder“ in dem Förderverein zur Gesamtfinanzierung beitragen. Dies war für viele unverständlich und wurde als unzumutbar zurückgewiesen.

Die Gebühren- und Fördervereinsgegner misstrauten den verhandelnden Akteuren des SSBK-Vorstandes und formierten sich gegen die Politik und einzelne Verbandsträger in einer losen Vereinigung. Deren Proteste und die allgemeine Kritik der Sportszene richteten sich vor allem gegen die von der Politik angestrebte zunehmende „Eigenfinanzierung des Sports“. Die Stadtpolitiker planten damit den teilweisen Ausstieg aus der Förderung des Vereinssports und wollten neben den gekürzten Leistungen lediglich bei der Sponsorensuche (120 bis 200.000 Euro waren zur Teildeckung eingeplant) unterstützend tätig werden.

Politik und Sport erlebten über viele Monate faire aber leider auch unfaire Auseinandersetzungen über die Sicherung der Zukunft des Amateursports und die Organisationsstrukturen in Köln. Die politisch geplante Solidarität im Sport erwies sich unter diesen Rahmenbedingungen als nicht durchsetzbar.

Die weiteren politischen Einflussnahmen auf allen Ebenen und eine große DEMO zeigten nach und nach Wirkung. Durch eine Umfinanzierung im Haushalt wurden weitere 200.000 Euro zur Deckung eingestellt und eine zweigleisige Abwicklung der Gebührenzahlungen über die Stadt bzw. den Förderverein geduldet. Da lediglich ca. 1/3 der gebührenpflichtigen Vereine dem Förderverein beitraten, mussten die gesamten Gebühreneinnahmen 2004 vorrangig für die Auszahlung der Jugendbeihilfe und die Abrechnung mit der Bäder GmbH eingesetzt werden.

Die Politiker wurden durch die schlechten Ergebnisse bei der Kommunalwahl 2004 kompromissbereit und fanden auch in allen Parteien wieder Unterstützung für die Förderung des Vereinssports. Weitere Korrekturen, die aufgrund der Auflösung des Vertrages zwischen der Stadt, dem SSBK und dem Förderverein notwendig wurden, fanden die erforderlichen Mehrheiten bei den notwendigen Dringlichkeitsentscheidungen. In der Folge wurden ab 2005 die Hallengebühren für die Nutzung durch Kinder und Jugendliche freigestellt und auch für die Gesamtabwicklung 2004 eine einvernehmliche Lösung mit dem Sportamt der Stadt und der Bäder GmbH. sowie dem Förderverein erreicht.

Die Mitglieder des Fördervereins beschlossen am 28. Februar 2005 eine Neuausrichtung als reine „Förderer des gesamten Kölner Breitensports“. Von der Last der Abwicklung der Turnhallen- und Bädergebühren befreit, konnten die erzielten Sponsorengelder und Eigenmittel jetzt u. a. für die Unterstützung der Jugendförderung, Anschaffungszuschüsse und Projekte eingesetzt werden. Das Sportparlament beschloss am 9. Mai 2005 mehrheitlich die Fortführung des Fördervereins auf der Grundlage der neuen Aufgabenstellung. Diese Unterstützung erfolgte auch durch die „Ständige Konferenz der StadtBezirksSportVerbände und Fachschaften“.

Der StadtSportBund Köln nutzte die anstehenden Strukturveränderungen der Stadt- und Kreissportverbände im LSB und machte die Vereine und die Sportfachschaften (-verbände) zu unmittelbaren Mitgliedern des SSB Köln. In Verbindung mit der Arbeit der 9 StadtBezirksSportVerbände ist der KölnerSportFörderVerein Teil der aktiven Sportförderung in Köln. Zurzeit erhalten je vier aus jedem angeschlossenen StadtBezirksSportVerband vorgeschlagene Vereine eine Jugendförderung über 250 Euro und bei Anschaffungen bzw. außergewöhnlichen Belastungen beraten Vorstand und Beirat über mögliche Zuschussleistungen. Diese können leider nur im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel verteilt werden.

Der aktuelle Vorstand des Fördervereins wirbt besonders um die Unterstützung durch Sponsoren, damit weitere wichtige Aufgaben der Vereine und Verbände gefördert werden können.

Stand 20. August 2009